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Weirding 2

03.02.-13.03.2020
Kunsthaus Graz

 

Ort: auf den Social-Media-Kanälen des Kunsthauses Graz und im Foyer 

Kuratiert von: Barbara Steiner und Katrin Bucher Trantow 

Drei kurze Videosequenzen, drei Szenen: Eine Gruppe von Menschen unterhält sich jeweils laut gestikulierend. Plötzlich fällt der Name „Kunsthaus Graz“. Wir verstehen nicht, was gesprochen wird, denn die Sprachen klingen allesamt fremd und unverständlich. Einzig "Kunsthaus Graz" ist mehr oder weniger deutlich zu hören.

Mit dieser Serie setzt Oliver Hangl sein „Gerüchte-Projekt“ fort, diesmal in Form von drei Kurzfilmen (WEIRDING 2.1, WEIRDING 2.2, WEIRDING 2.3). Sie wurden in Johannesburg (SA), Trogen (CH) und Wien gedreht. De facto ist es gänzlich unmöglich, den Inhalt der Gespräche zu verstehen, denn es handelt sich um erfundene, rein lautmalerische Ausdrucksweisen. WEIRDING 2 schließt an WEIRDING 1 an, eine Soundinstallation im öffentlichen Raum vor dem Kunsthaus, bei der man geflüsterte Namen von bekannten und unbekannten Personen hörte und den Eindruck gewinnen konnte, Zeugin oder Zeuge von etwas zu sein, das im Geheimen passiert. Auch mit dem zweiten Teil von WEIRDING, den Filmen, suggeriert Hangl Bedeutung, die zu Spekulationen über das Gehörte/Gesehene einladen, jedoch ins Leere laufen.

Alle Teile des Projekts WEIRDING – insgesamt werden es drei sein – arbeiten gezielt mit medial erzeugten Spekulationen. Dabei bedient sich der Künstler der Methode des viralen Marketings – mit dem Unterschied, dass es keine konkrete Botschaft gibt, die über das Unterbewusstsein verbreitet werden soll. Die Werkzeuge, die Hangl einsetzt, sind „leer“ – Hüllen. Die Aufladung erfolgt alleine über die Rezipientinnen und Rezipienten seiner Arbeit, wobei Hangl mit Mitteln der Kunst und des Marketings gezielt Mutmaßungen anheizt, die eine gewisse Eigendynamik entfalten und auch von ihm nicht mehr kontrolliert werden können. Die Gerüchte entstehen alleine über die Rezeption seiner Arbeit.