20 Jahre 2006

20 Jahre 2006

Ausstellung, Performance, Lesung, Filmabend
(k48 #247)

Waren die Filme damals besser? Oder die Mode? Der Fußball? Der Sex? Beweise dafür gibt es kaum: Die tiefgründigen SMS von damals sind gelöscht, die YouTube-Videos zu verpixelt. Perfekte Voraussetzungen für die Nostalgie also. 2006 ist das Jahr vor dem ersten Iphone, vor dem Harry-Potter-Finale und vor der Finanzkrise. Ein letzter Moment vor der großen Verbundenheit und Depression. Was aber, wenn 2006 kein Abschied war, sondern vielmehr der Ursprung allen Übels? Die Kunstwelt boomte und lockte mit Geld und Glamour, das Internet wirkte wie ein weiter, aufregender Ozean. Dazu träumte eine ganze Generation davon, morgen als Zauberer aufzuwachen und nach Hogwarts zu fahren. Zwanzig Jahre später sind wir alle Träumer, Künstler und Zauberer geworden – oder zumindest etwas ganz, ganz Besonderes. Aber wir hassen es.

Mit: Luis Ake, Susa Blaufuß, Jakob Brandstätter, Ilja Danzinger, Rebeka Akane Fimmel, Selin Göksu & Julian Lee Harather, Kilian Hanappi, Maxim Himmelspach, Grzegorz Kiewalski, Rudolf Attila Leber, Lea Neckel, Titus Probst & Leonie Bramberger, Paul Philipp, Josefine Rieks, Charlotte Stier, Sebastian Schwaerzel

Kuratiert von Paul Buschnegg

Infos zu den Ausstellenden: 

Der Künstler und Musiker Luis Ake (*1994 im Raum Stuttgart) veröffentlichte drei Studioalben: Bitte lass mich frei (2019), Liebe (2021) und Ehrenvoll, Luis Ake (2025), als Skulpteur baute er eine Liebesmaschine (2021). In der Ausstellung untersucht Ake das Jahr 2006 auditiv.

Susa Blaufuß (*1997 in Trier) studierte Philosophie, Politikwissenschaft sowie Malerei in Wien. Zuletzt kuratierte sie zusammen mit Paul Schnecker die Ausstellung Shy as a shadow im Neuen Kunstverein Wien. Was sie in der Ausstellung 20 Jahre 2006 zeigen wird, weiß sie noch nicht.

Leonie Bramberger (*1995 in Graz) ist Künstlerin und arbeitet interdisziplinär an der Schnittstelle von Performance, Bühnenbild und Animationsfilm. Titus Probst (*irgendwann den 1990er-Jahren in Graz) ist ausgebildeter Glasbläser und multidisziplinärer Künstler, der sich in seiner Arbeit mit Musik, Performance und Objektkunst beschäftigt. Gemeinsam präsentieren die beiden einen Keramikbrunnen, der von der in den 2000er-Jahren verbreiteten Ästhetik des Feng Shui inspiriert ist.

Jakob Brandstätter (*1996 in Schladming) ist Lehrer, Auftragsmaler und freischaffender Künstler. In seiner Heimatstadt schafft er großformatige Landschaftsmalereien auf Betonwänden und in Hotellobbys. In der Ausstellung zeigt er ein Bild, das Erinnerungen an das Videospiel GTA Vice City aufgreift.

Paul Buschnegg (*1996 in Wien) ist Musiker, Kurator und freier Journalist. Gemeinsam mit Selin Göksu und Kilian Hanappi kuratierte er die Ausstellung Zwidemu – Zwischen Party und Protest für das Wien Museum sowie 2025 gemeinsam mit der Musikerin Verifiziert das Popfest Wien. Auf Einladung von Oliver Hangl konzipierte und organisierte er die Ausstellung 20 Jahre 2006.

Ilija Danzinger (*Anfang der 2000er im Burgenland) ist Musiker und Teil der Band Neunundneunzig. In der Ausstellung zeigt er eine Videoarbeit. 

Rebeka Akane Fimmel (*1998 in Dresden) studiert Kunst in Halle (Saale). Ihre Arbeit bewegt sich zwischen Objekt-, Installations- und Performance-Kunst. Das in der Ausstellung gezeigte Objekt will die Beziehung zwischen Publikum und dem Werk selbst in den Fokus nehmen. Derzeit lebt und arbeitet Fimmel zwischen Halle und Tokio. 

Selin Göksu (*1998 in Wien) ist Designerin und Mitgründerin des Kollektivs soju.studio, Julian Lee Harather (*1998 in Los Angeles) ist freischaffender Fotograf im Bereich Kunst, Kultur und Mode. Gemeinsam werden sie ein Programm aus Youtube-Videos zeigen, das dessen 21-Jährige Geschichte veranschaulicht (Sa, 7.11, 18:00 Uhr in den Räumlichkeiten der Ausstellung).

Kilian Hanappi (*1996 in Wien) ist Künstler, Grafiker und Musiker. Er lebt in Berlin, wo er als Referent für das Österreichische Kulturforum tätig ist. Für die Ausstellung wird er einen poetischen Text lesen, den er ca. 2006 im Internet gefunden hat.

Maxim Himmelspach (*1999 in Bamberg) arbeitet als Künstler, Kurator und freischaffender Kunstwissenschaftler. Seine Forschung und künstlerische Praxis widmen sich häufig den Themen Aktivismus und (Hochschul-)Politik. Ausgangspunkt seiner Arbeit für diese Ausstellung ist das Spannungsfeld zwischen Nostalgie und Regression. 

Grzegorz Kielawski (*1981 in Wałbrzych) ist Filmemacher und Autor. Zuletzt erschien sein Buch: Ich sehe da viel Schatten (edition zzoo). In der Ausstellung zeigt er ein Foto, das er 2006 während des deutschen Fußball-Sommermärchens in Frankfurt geschossen hat.

Stephan Kowarsch (*1995 in Wien) ist Maler, Experimentalmusiker sowie Kunstpädagoge und seit seiner Kindheit begeisterter Fan der US-amerikanischen Rockband Red Hot Chili Peppers. Deren Nummer-1-Album Stadium Arcadium von 2006 interpretiert Kowarsch im Zuge der Ausstellungseröffnung in einer Performance neu.

Der Wiener Rudolf Attila Leber ist angehender Wildtierökologe und jagt, zeichnet und fotografiert Tiere. 1995 in Ungarn geboren, huldigt in seiner Arbeit seinem Kindheitsvorbild: dem 2006 verstorbenen Zoologen, Dokumentarfilmer, TV-Moderator, und Abenteurer Steve Irwin, der unter dem Spitznamen „The Crocodile Hunter” weltweite Bekanntheit erlangte. 

Lea Neckel (*1999 im Burgenland) ist bildende Künstlerin. In ihren Installationen und Soft Sculptures versucht sie, vermeintlich Utopisches in die Realität zu überführen. Sie studiert Transmediale Kunst an der Universität für angewandte Kunst Wien bei Jakob Lena Knebl. Für die Ausstellung zeigt sie die Installation I feel like Gucci Mane in 2006. 

Paul Philipp ist ausgebildeter Historiker und lebt und arbeitet in der Wiener Kulturszene. Er beschäftigt sich in seiner Arbeit mit Film und Musik, unterstützt im Fußball aber seit 2002 nur Italien. Für die Ausstellung hat er darüber einen Text geschrieben.

Die Schriftstellerin Josefine Rieks (*1988 in Höxter) ist Wahlwienerin und Salonnière. Ihr aktueller Roman heißt Wenn euch das gefällt (XS-Verlag). Für die Ausstellung zeigt sie ein T-Shirt, das sie im Jahr 2006 besessen hat.

Charlotte Stier (*2002 in London) schreibt Prosa und Theaterstücke auf Deutsch und Englisch. Sie studierte Philosophie an der Universität Wien sowie Bildende Kunst in Wien und zog 2026 nach Berlin, um dort Szenisches Schreiben zu studieren. Zuletzt schrieb sie das Theaterstück Kate Moss, Mad. Für die Ausstellung zeigt sie eine Zeichnung aus ihrer Kindheit.

Sebastian Schwaerzel (*2001 nahe Freiburg im Breisgau) ist Schriftsteller und lebt in Wien. In seinem Beitrag zur Ausstellung setzt er sich mit dem Film 300 (2006) auseinander und zeigt, wie dessen Männlichkeitsbilder zentrale Merkmale heutiger rechter Subkulturen vorwegnehmen.

 

Eröffnung: 05.11., 19:00, Performance 19:30: „Stadium Arcadium” von Stephan Kowarsch
Ausstellung: 06.-07.11, 09.-10.11., 16-19 Uhr

Special Events 07.+10.11.
07.11.
18:00 Lesung von Kilian Hanappi
18:30 „21 geniale YouTube-Videos aus 21 Jahren YouTube – eine Zeitreise mit Selin Göksu und Julian Lee Harather”

10.11. Finissage
19:00: Projektion des Fußball WM-Finales 2006 (Italien gegen Frankreich) mit Paul Philipp


k48 – Offensive für zeitgenössische Wahrnehmung
Projektraum Oliver Hangl

Kirchengasse 48/Lokal 2, 1070 Wien 

 

Unterstützt von: BMWKMS, Kultur Neubau, Wien Kultur-MA7

Dank an: cyberlab, Brillenmanufaktur

 

 Unterstützt von:

BMWKMS_Logoneubau-logo-bunt   Stadt_Wien_Kultur_pos_rgb_ab_2019